Digital ist besser

Aus tiefster Überzeugung (…manchmal)

In der Wolke muss die Freiheit wohl grenzenlos sein

mit 4 Kommentaren

Entschuldigt diese cheesy Überschrift, aber ich konnte einfach nicht anders.
Hinter mir liegt (mal wieder) ein viel zu kurzes Wochenende, an dem ich nicht nur von einer Erkältung geplagt wurde, sondern auch (mal wieder) meinen Mac neu aufsetzen durfte. Erhöhter Schwierigkeitsgrad kam, weil mein Laufwerk im Eimer ist, die eingebauten Wlan-Antennen ebenfalls schon länger den Geist aufgaben und hier fast nur Upgrade-System-DVDs rumfliegen. Lange Rede, kurzer Sinn: ich verbrachte einfach viel zu viel Zeit mit Installationen und vor allem Daten und Backups wiedereinzuspielen. Und als ich so im Chaos saß und die aktuelle Bits und so hörte, die sich mit dem Thema Daten in der Wolke befasst, reifte in mir der Entschluss mal diese öminose Datenwolke genauer anzuschauen.

turtlemom4bacon (CC-Lizenz)

Prinzipiell ist Cloud-Computing auch eine feine Sache. Statt Daten lokal auf der Festplatte verstauben zu lassen, liegen sie in der im Himmel schwebenden Serverwolke eines Anbieters. Google ist da ja König, egal ob Dokumente, Mails, RSS-Feeds oder Kalender, alles liegt bei Google auf dem Server. Das ist natürlich eine feine Sache, eben weil man sich keine Sorgen machen muss, wenn man mal den Rechner/Arbeitsplatz wechselt oder einem die Festplatte abraucht.

Ein paar Erfahrungen habe ich auch bereits gesammelt, dank der besseren Hälfte habe ich seit einiger Zeit einen Dropbox-Account, der mir gerade das Informatik-Studium erheblich erleichtert. Einfach auf dem Mac installiert landen alle Dokumente im lokalen Dropbox-Ordner gleichzeitig in der Dropbox-Wolke und tauchen somit auch wieder lokal auf den Rechner meiner Übungspartner auf. Statt also ständig irgendwelche Versionen vom Code per Mail durch die Gegend zu schicken, landet stets die aktuelle Version automatisch auf den Festplatten. Und können auch von unterwegs mit dem iPod Touch eingesehen werden. Super einfache Sache und gefällt mir auch bei anderen Projekten richtig gut.

Zweiter Punkt ist der Google-Account für den RSS-Reader. Somit synct sich der heimische Mac ebenfalls mit dem mobilen iPod, tagsüber können die Feeds an der Uni in den Uni-Pausen gelesen werden und tauchen nicht abends wieder auf dem Mac auf. Gerade in Kombination mit NetNewsWire auf dem Mac und Reeder auf dem iPod macht das Nachrichtenlesen so wieder richtig Spaß.

Zuletzt nutze ich noch Evernote für die Notizzettel-Verwaltung, sodass ich stets die gleichen To-Dos zu Hause und unterwegs mit mir herumtrage. Doch zu den eigentlichen Tools vielleicht zu anderer Zeit noch mehr, denn jetzt geht es mir eigentlich um das Cloud-Computing selbst.

Fazit der bisher kurzen Wolkenexkursion: Daten von überall nutzen zu können ist eine wunderbare Sache. Und genau deswegen ist dieser Eintrag hier auch eine kleine Erinnerung an mich, für mich. Ich will mich in Zukunft mehr damit auseinandersetzen, zum einen für die nächsten größeren Projekte, zum anderen weil ich das Gefühl habe mir so das Leben noch ein Stück mehr vereinfachen zu können.

Aber eine Sache stört mich. Und die heißt Google. Ich weiß, dass in Sachen Datenwolken wenig an der Datenkrake vorbeigeht. Und genau das stört mich. Ich habe meine Mails bewusst nicht bei Google und bin mir in Datenschutzfragen nicht sicher, ob ich mich dem Konzern einfach so hingeben will. Ich sage das als (meist) überzeugter Apple-Fan und bin mir dem Paradoxon bewusst. Doch bei Google habe ich einfach immer ein mulmiges Gefühl, eben weil der Konzern nicht wie Apple sein Geld mit dem Verkauf von Produkten macht, sondern mit dem Verkauf von Werbung. Und für die braucht man nun einmal Daten, im Idealfall so detailiert wie möglich. Deshalb würde ich gern meine Daten bei verschiedenen Anbieter streuen, die keine so engen und exakten Profile herstellen können, weil sie so nur Teile meiner Gewohnheiten kennen. Ich weiß auch gar nicht genau woher meine Paranoia kommt, vielleicht bin ich einfach nur vorsichtig, vielleicht weil diese Daten nur schwer zu löschen sind.

Grundsätzlich bleibt also fürs Erste festzuhalten: Datenwolken sind eine feine Sache, Google immer noch kein Freund von mir und in näherer Zukunft werde ich mir dieses Feld weiter anschauen. Bei Gelegenheit werde ich auch noch konkreter.

Geschrieben von izanagi

Mai 11, 2010 um 9:17 pm

Veröffentlicht in Das Netz

Getaggt mit

4 Antworten

Abonniere die Kommentare per RSS.

  1. Als Informatiker kann ich Dir desweiteren noch Git ans Herz legen. Git hat mehrere Vorteile: Erstens ist es eine offene Technologie und kommt aus dem Herzen der Linux Welt. Zweitens kann man es sowohl lokal zu Versionnierung als auch auf beliebigen anderen Server (oder anderen Rechner, von Freunden und Kommilitonen z.B.) zu abgleich von Daten nutzen. Und es gibt so schöne Seiten wie Github.com, wo man Daten dann öffentlich zugänglich machen kann.

    ben_

    Mai 12, 2010 um 8:22 am

  2. Git hatten wir, zumindest in einem theoretischen Ansatz, auch schon im Studium. Also genutzt haben wir dann SVN und eben über Git am Rande erfahren. Beides ist natürlich eine feine Sache, besonders die Versionierung ist super. Ich muss aber mal schauen, was ich überhaupt von der Wolke will, weil bisher das kolaboartive Arbeiten eher einen kleinen Teil davon ausmacht, der über Dropbox auch ganz gut geht.

    izanagi

    Mai 12, 2010 um 8:54 am

  3. Das kuhle an Git ist, dass es im Vergleich zu SVN eben mehr einem verbesserten Dateisystem ähnelt, als einem Versionierungssystem. Uuund: Ich berichtete ja schon davon, aber bei meinem Hoster hab ich für 15€ im Monat 75GB Webspace und Git schon dabei. Nur so nebenbei.

    ben_

    Mai 12, 2010 um 9:02 am

    • Und was genau machst du dann damit? Hältst du deine Daten einfach nur redudant, als Backup? Oder teilst du aktiv wenn ja was und warum? Und wie sieht das mit mehreren eigenen Systemen aus, kannst du von allen deinen Rechnern drauf zugreifen und die Daten “normal” nutzen?

      izanagi

      Mai 12, 2010 um 9:13 am


Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Log Out / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Log Out / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Log Out / Ändern )

Verbinde mit %s

Follow

Get every new post delivered to your Inbox.